Porträt Heinrich Danioth
Heinrich Danioth wurde am 1. Mai 1896 in Altdorf geboren. Mit der künstlerischen Grundausbildung, welche sich Danioth in Basel erwarb, begann er 1916 als freier Künstler im eigenen Atelier im Vaterhaus in Altdorf zu arbeiten. Im Sommer 1925 begegnete Heinrich Danioth dem deutschen Expressionisten August Babberger (1885 - 1936), der - durch seine Heirat mit Uri verbunden - seit 1916 alljährlich seine Ferien auf dem Klausenpass verbrachte. 1925 übersiedelte Heinrich Danioth - auf Einladung Babbergers - als dessen Meisterschüler an die badische Landeskunstschule nach Karlsruhe."Gierig nahm Heinrich Danioth Babbergers Lehren in sich auf, und exerzierte sie bis zum Exzess durch. Dieses Kunststudium gab seinem Kunstschaffen eine entscheidende Wendung. 1927 schuf Heinrich Danioth nach der Rückkehr in die Schweiz seine ersten Wandbilder im Tellspielhaus in Altdorf. Wie ein jäher Föhnsturm drang damit der Expressionismus ins traditionalistische Uri ein. Die formale Beeinflussung durch Babberger war so extrem, dass sie für Heinrich Danioth über längere Zeit zu einer zwanghaften Belastung wurde, aus der er sich in jahrelangen Bemühungen wieder zu befreien suchte."
Im Jahre 1929 nahm Heinrich Danioth Wohnsitz in Flüelen und baute 1932 am Urnersee sein eigenes Haus im Geiste des "modernen Bauens" - Sichtbeton, mit Flachdach, mit durchgehenden Räumen, ohne Türen im Innern - wodurch er die Gemüter seiner Mitbürger nachhaltig erregte. Hier wirkte Heinrich Danioth bis zu seinem Tod am 3. November 1953. In Flüelen entstanden die reifsten Werke von Heinrich Danioth. In seinem Wohnort ist auch eines seiner schönsten Wandbilder zu bewundern: die bekannte "Föhnwacht" im Wartesaal des SBB-Bahnhofes.
(publiziert mit freundlicher Genehmigung des Textverfassers Dr. Rolf Gisler)
